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Die Zukunft von Virtual Reality

Die Zukunft von Virtual Reality

VR ist noch jung und blickt trotzdem bereits auf eine bewegte Vergangenheit. Aber wie wird die Zukunft von Virtual Reality aussehen? Alle wichtigen Headsets wurden 2016 bereits veröffentlicht (Oculus Rift, HTC Vive und Sonys Playstation VR) und haben mit tollen Inhalten (Games, VR Experiences, Simulationen) die Technik auf breiter Basis etabliert. Trotzdem fehlt der finale Durchbruch. Gemeinsam mit Experten der Branche beleuchten wir, was wir in Zukunft von Virtual Reality erwarten dürfen.


Von Mike Wallbrecht

DARAUF KÖNNEN WIR UNS FREUEN


Viele Menschen sind von Virtual Reality und seinen Möglichkeiten zwar begeistert, warten jedoch ab, wie sich die Technologie in den kommenden Monaten oder gar Jahren entwickelt. NORD/VR wirft exklusiv einen Blick in die nahe Zukunft von Virtual Reality und sagt Ihnen, ob Sie noch warten oder jetzt zuschlagen sollten.

„The good news is that virtual reality is here.
The bad news is that something is still missing.“

Mychilo Stephenson Cline

AUFLÖSUNG

Ein oft kritisierter Punkt an den aktuellen Headsets ist deren relativ geringe Bildschirmauflösung. Auf dem Papier klingen 2160 x 1200 Pixel (bei z.B. der HTC VIVE) zwar ganz ordentlich, in der Praxis verteilt es sich aber A) auf zwei Augen, was 1080 x 1200 pro Auge bedeutet und B) sind die Augen direkt vor dem Monitor, weswegen man die Pixel-Matrix eigentlich immer sehen kann. Das schwächt natürlich die Immersion und die Erhöhung der Auflösung ist dementsprechend der nächste logische Schritt für kommende VR-Headsets.

WIRELESS VR

So sinnvoll und aufregend Virtual Reality ist, so lästig sind die ganzen kleinen Anstrengungen, die man auf sich nehmen muss, bis man in die virtuellen Welten abtauchen kann. Die Brille (bzw. das Headset) ist zwar auf ein beeindruckendes Maß in puncto Gewicht und Größe geschrumpft, muss aber aufwendig mit dem PC verkabelt werden. Allein die Kabel, die vom Headset zum PC führen vermitteln das Gefühl, an einen Ort gebunden zu sein. Deswegen wird Wireless VR (also die Übertragung von Bild- und Tondaten zum Headset ohne Kabel) für kommende Generationen von Headsets mit Sicherheit ein Thema werden. Schon jetzt kann man Wireless-VR mit dem auf Samsung Smartphones basierenden Gear VR erleben und tatsächlich deuten alle Gerüchte über die HTC Vive 2.0 darauf hin, dass die zweite Auflage des VIVE ebenfalls mit Wireless VR aufwarten wird. Von daher ist davon auszugehen, dass die Zukunft von Virtual Reality weitestgehend kabellos stattfindet.

STAND-ALONE HEADSETS

Noch nicht direkt in der nächsten Generation zu erwarten, aber mittelfristig sicherlich ein Thema: Stand-Alone Headsets. Im Gegensatz zu Wireless VR, wo ein Headset nach wie vor mit einem PC oder Konsole verbunden werden muss, benötigt ein Stand-alone Headset keinen Basis-PC mehr, weil die benötigte Hardware im Headset selbst verbaut sein kann. Die fortschreitende Miniaturisierung der entsprechenden Hardware bei gleichzeitiger Zunahme der Leistungsfähigkeit wird Stand-Alone Headsets eines Tages selbstverständlich machen. Wie auch im vorherigen Absatz zum Thema Wireless VR zeigen Samsung und Oculus mit dem Samsung Gear VR Headset, wie viel Spass der Umgang mit leichteren und unverkabelten Devices macht. Aufgrund seiner etwas schwachbrüstigen Performance und der Tatsache, dass es als Hardware-Kern immer noch ein Smartphone braucht, ist das Samsung Gear VR aber noch nicht wirklich als Stand-alone Headset zu bezeichnen.

VERBESSERTE DARSTELLUNG

Die Engines, mit denen virtuelle Welten erschaffen werden, entwickeln sich rasant und nutzen die vorhandene Hardware für immer aufwendigere Berechnungen, um die Simulation der Realität so glaubwürdig wie möglich zu gestalten. Schon in naher Zukunft wird es z.B. möglich sein, Gegenstände in der Tiefe des Raumes zu fokussieren, während davor und dahinter liegende Objekte unschärfer dargestellt werden, um unsere natürliche, visuelle Wahrnehmung zu simulieren. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen im Detail, die Zukunft von Virtual Reality in dieser Hinsicht bringen wird.

MOTION CONTROLLERS

Zwar gibt es bereits für jedes VR-System Controller, die es uns ermöglichen, mit der virtuellen Umgebung zu interagieren, jedoch sind diese momentan noch etwas unpräzise und nicht selten wirkt der Vorgang etwas greifen zu wollen unfreiwillig komisch oder plump. In diesem Sektor sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits in der nächsten Generation aktueller VR-Hardware deutlich wahrnehmbare Verbesserungen zu erwarten.

FAZIT

Es ist wie immer: Soll man auf die nächste Generation des iPhones warten? Das neue Automodell? Auf die nächste Grafikkarte etc.? Oder soll man jetzt zuschlagen? Auf der einen Seite will man endlich loslegen, auf der anderen Seite befürchtet man, dass man in Hardware investiert, die vielleicht schon ein paar Monate später veraltet sein könnte. Letztlich muss sich jeder selbst informieren und dann den passenden Zeitpunkt für die Anschaffung wählen. Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, mir privat ein Headset zum Beginn der zweiten Generation zuzulegen. Aber da niemand so genau weiss, wann das sein wird, kann ich auch verstehen, wenn man jetzt zuschlagen möchte, denn schliesslich sind die anfänglich hohen Preise ja auch schon gefallen. Ein Kompromiss könnte es sein, jetzt beim SONY PS VR Headset zuzuschlagen, wenn man bereits über eine Playstation verfügt, denn das vergleichsweise günstige System wird wohl erst deutlich nach Oculus und Vive erneuert und hilft vielleicht, die Wartezeit bis zur zweiten Generation der „grossen“ VR Headsets zu verkürzen.

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