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VIRTUAL REALITY IM STRAFVOLLZUG

VIRTUAL REALITY IM STRAFVOLLZUG

Das die Einsatzmöglichkeiten für Virtual Reality vielfältig sind, ist bekannt. Bisher hat man dabei aber eher an Simulationen, Visualisierungen und Games gedacht. Aber das VR sogar einen wichtigen Beitrag zur Resozialisierung Strafgefangener leisten kann, macht nun ein Beispiel aus dem US-amerikanischen Strafvollzug deutlich.

Sechs Gefängnisinsassen im US-Bundestaat Colorado, die in den achtziger und neunziger Jahren als Teenager zu jahrzehntelanger Haft verurteilt worden waren, dachten, sie würden niemals aus der Haft entlassen. Während ihrer mehr als 20 Jahre im Gefängnis, hat der Fortschritt die Außenwelt dramatisch verändert. Aber auch das Strafjustizsystem der USA hat sich verändert und sieht nun geringere Strafen für Menschen vor, die bereits als Jugendliche straffällig werden.

2012 hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass es nicht mit der US-amerikanischen Verfassung vereinbar ist, Jugendliche zu einer lebenslangen Strafe ohne Bewährung zu verurteilen. In 2017 startete der Bundesstaat Colorado ein Strafprüfungsprogramm für Gefangene, die als Jugendliche verurteilt wurden und bereits mindestens 20 Jahre ihrer Strafe verbüßt hatten. Ziel des Programms ist es, die Strafen der in Frage kommenden Personen anzupassen und gegebenenfalls zu reduzieren.

Um sich auf das Leben in Freiheit vorzubereiten, nutzen Insassen des jeweils dreijährigen Programms nun die Möglichkeiten der Virtuellen Realität. Eine ideale Gelegenheit, um bereits im Gefängnis Erfahrungen mit dem Leben in Freiheit zu sammeln. So können die Insassen Fähigkeiten erlernen und trainieren, die sie in ihrem Alltag in Freiheit benötigen, die sie als Teenager aber nie kennengelernt hatten, wie z.B. Wäsche waschen, Einkaufen etc.

VICE besuchte die Einrichtung der Fremont Correctional Facility in Colorado, um über die Erfahrungen sowohl der Insassen, wie auch der Behörden im Umgang mit der neuen Technologie zu sprechen.



(Fotos und Quelle: VICE News)

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